Beschwerden

Die Schulter

Schulterschmerzen sind sehr häufig , verursacht sowohl durch Unfälle als auch durch Verschleiß. Das Verständnis für die Schulter und ihrer zahlreichen anatomischen Strukturen und das Verstehen der einzelnen Beschwerdebilder haben in den letzten 10 Jahren aufgrund der erheblich verbesserten diagnostischen Möglichkeiten ( v.a. Kernspintomographie , Computertomographie und Arthroskopie ) sehr grosse Fortschritte gezeigt.

Das Schultergelenk hat eine extrem grosse Beweglichkeit mit 6 Freiheitsgraden und gibt  damit unseren Armen und Händen eine grosse Fertigkeit. Ermöglicht wird dies im Schultergelenk durch die Diskrepanz zwischen einer relativ kleinen Gelenkpfanne und einem im Verhältnis dazu grossen Oberarmkopf.  Die Stabilisierung dieses besonderen Gelenkes in jeder Position benötigt eine Vielzahl einzelner Muskeln, Sehnen und Bänder. Dieses Gleichgewicht wird gestört, sobald eine dieser Strukturen durch Verletzung oder Abnutzung ausfällt. Somit können  Schulterschmerzen zahlreiche Ursachen haben.

Prinzipiell unterscheidet man ursächlich zwei Kategorien. Die erste Kategorie sind unfallbedingte Verletzungen durch Sport, Beruf oder Freizeit. Die zweite Kategorie umfasst Erkrankungen der Weichteile, des Knorpels oder des Gelenkes wie z.B. die Arthrose als Folge degenerativer Veränderungen.

Viele Beschwerden lassen sich konservativ, d.h. ohne Operation, behandeln, z.B. durch eine Injektionstherapie, Krankengymnastik oder Stosswellenbehandlung. Andere Beschwerden bedürfen einer Operation. Bei den operativen Techniken werden die offenen Verfahren zunehmend durch minimal-invasive Verfahren mittels Gelenkspiegelung ersetzt. Diese haben durch ein kleineres Operationstrauma in der Regel den Vorteil von geringeren postoperativen Schmerzen und einer schnelleren Genesung.

Die Hüfte

Schmerzen in der Hüfte werden meist durch einen Knorpelverschleiss verursacht. Der sogenannte Alterungsprozess ist sowohl ein physiologischer ( normaler ) als auch ein pathologischer ( krankhafter ) Prozess und ist verursacht durch ein Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit.

Eine Behandlung wird in der Regel spätestens dann erforderlich, wenn  sich die Gehfähigkeit verringert . Wenn die Lebensqualität zunehmend eingeschränkt wird und die alltäglichen Gewohnheiten und Aktivitäten verlassen werden müssen, besteht  die Indikation zur Implantation eines künstlichen Gelenkes.

Mit einem künstlichen Hüft- oder Kniegelenk können die allgemeinen Lebensgewohnheiten in der Regel ohne Einschränkung wieder aufgenommen werden. Schwimmen, wandern und Radfahren ist wenige Wochen nach einer Operation  wieder möglich und sogar sportliche Aktivitäten können mit gewissen Einschränkungen nach entsprechendem Muskelaufbau wieder begonnen werden.

Aufgrund der hohen mechanischen Belastbarkeit der heutigen Prothesen werden auch zunehmend jüngere Patienten , die einen hohen Aktivitätsanspruch haben, mit künstlichen Gelenken versorgt. Ein Großteil der heute implantierten Endoprothesen hat eine Haltbarkeit von über 20 Jahren.

Das Knie

Das Kniegelenk wird bei vielen Sportarten besonders in Anspruch genommen und ist deshalb nicht nur beim Skifahren oder Fußballspielen verletzungsanfällig . Aufgrund dessen sind Verletzungen wie z.B. ein Meniskusriß, eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes oder der Seitenbänder sehr häufig und nehmen wegen der Vielzahl auch extremer Sportarten weiter zu. Eine präzise fachärztliche Untersuchung ist erforderlich, damit auch keine Verletzung übersehen wird. Die meisten Verletzungen können heute arthroskopisch durchgeführt werden. Dazu gehören z.B. Teilentfernungen oder die Naht gerissener Menisken, die Rekonstruktion von Kreuzbändern oder die Behandlung von Knorpelverletzungen. Teilweise können auch kniegelenksnahe Knochenbrüche arthroskopisch bzw. minimalinvasiv versorgt werden.

Degenerative Veränderungen im Kniegelenk bewirken den Verschleiß des Gelenkknorpels und enden in der Arthrose des Kniegelenkes. Neben dem anlagebedingten  frühzeitigen Abbau des Knorpels wird der Prozess durch Unfallfolgen, übermäßiger beruflicher oder sportlicher Belastung oder durch Stoffwechselerkrankungen wie Gicht oder Diabetes beschleunigt. Weitere Risikofaktoren sind z.B. übermäßiges Körpergewicht oder Fehlstellungen wie X- bzw. O-Beine.

Durch Krankengymnastik, Einlagenversorgung ,Schmerzmittel oder intraartikuläre Injektionen von Hyaluronsäure können Arthrosebeschwerden oft lange Zeit erfolgreich behandelt werden. Bei Fehlstellungen können Achs-Korrekturen hilfreich sein. Bei zunehmenden Beschwerden und Verschlechterung der Gehfähigkeit ist dann meist die Implantation eines künstlichen Kniegelenkes erforderlich.